15. Tag

10.03

0

Merzuga (Kasbah Mohajut)

Heute unternehmen wir einen Ausritt auf dem Dromedar in die Sanddüne Erg Chebbi, dem größten zusammenhängenden Dünengebiet Marokkos. Um 9.30 Uhr geht’s los. Nach einer Stunde der erste Stopp. Irgendwie können wir nicht mehr richtig stehen. Der Rhythmus des Kamels und die ungewöhnliche Sitzhaltung, das Abstützen bei jeder Steigungs- und Gefällveränderung machen uns zu schaffen. Aber da müssen wir durch. Nach 3,5 Stunden sind wir in einem Nomadendorf. Unser Führer präsentiert uns einen köstlichen Salat sowie eine Tajine. Anschließend gib es noch Tee.

Wir besichtigen Nomadenzelte, Backgelegenheiten, Küche etc. Nachdem die Mittagshitze vorbei ist, reiten wir wieder zurück. Gegen 18 Uhr sind wir wieder bei der Kasbah.

Die Eindrücke der Dünenlandschaft sind gewaltig. Je nach Tageslicht verändert sich sie Stimmung  der Dünen.


16. Tag

11.03

224

Merzuga - Tamtattouchte

Über Erfoud fahren wir heute in  die Straße der Kasbahs, Richtung Tenerhir. Zuerst wollen wir im Supermarkt in Merzuga noch Wein kaufen. Wahrscheinlich war jeder Supermarkt in der früheren DDR ein Paradies gegenüber dem, was wir hier antreffen. Wir fahren unverrichteter Dinge weiter, über Erfoud Richtung Goulmina. Unterwegs sehen wir sog. Foggras. Es handelt sich hierbei um aufgeworfene Hügel, die im Kern einen Einstieg darstellen, um das ca. fünf Meter tiefer liegende Wasser führenden Kanalsystem zu erreichen. Diese Kanäle wurden früher von Sklaven angelegt.

Wir fahren weiter bis Tenerhir. Die Stadt ist sehr schön und gepflegt. Nach einem kurzen Bummel geht’s weiter Richtung Georges du Todra. Hinter Tenerhir bieten sich herrliche Blicke auf die Ortschaften und die angelegten Oasengärten. Die Fahrt geht bergauf bis zur Schlucht, teils auf holprigen Straßen. Dem Gegenverkehr muss auf dem Kiesbett ausgewichen werden. Am Eingang zur Schlucht bezahlen wir 5 DH Steuer. Dann geht’s durch die Todra-Schlucht. Gewaltig. Imposant. Grandios. Die Felswände gehen bis zu 200 Meter senkrecht in die Höhe. Wir durchfahren die Schlucht und das sich anschließend sich öffnende Tal des Felsmasivs bis in eine Höhe von 1800 Meter. Hier finden wir einen Stellplatz in Tamatattouchte bei der Auberge Bougafre.


17. Tag

12.03

256

Tamtattouchte - Ouarazazate

Heute geht es wieder durch die Todra-Schlucht, aber in umgekehrter Richtung. Wieder sind wir von der Enge der Schlucht begeistert von den Felsformationen. In Tenerhir angekommen, kaufen wir Rotwein im Supermarché. Die Flasche für umgerechnet 5 EUR. Nicht gerade billig. Weiter geht’s nach Boumalne. Hier biegen wir in das Dades-Tal zur entsprechenden Schlucht ein.

Die Dörfer auf dem ca. 20 km langen Stück bis zur Schlucht sind imposant. Gebaut aus Lehm in der Farbe des umgebenden Gebirges, sind die Dörfer mit der Natur fast verschmolzen. Dazwischen  mehr oder weniger verfallene Kasbahs und Berge mit eigenwilligen geologischen Formationen machen die Fahrt durch das Tal zu einem Erlebnis. Immer wieder sieht man Oasengärten.  Dann geht die Straße in engen Serpentinen über den Pass zur Schlucht. In der Schlucht endet die Fahrt, die Straße ist überflutet. Also zurück. Aber weiter wollen wir nicht. Zurück nach Boumalne und weiter auf der Straße der Kasbahs in Richtung Ouarzazate.

Schöne in Lehm gebaute Ortschaften mit mehrgeschossigen Häusern und Kasbahs säumen den Weg. Gegen Nachmittag kommen wir nach Skoura und besichtigen die Kasbah Amerhidil. Diese Kasbah hat große Bedeutung und soll in die UNESCO-Liste der Weltkulturerbe aufgenommen werden. Nach einer Führung legen wir das restliche Stück nach Ouarazazate zurück und übernachten auf dem Camping Municipal in Ouarazazate. Wir genießen einmal mehr die Souveränität unseres Wohnmobils.


18. Tag

13.03

149

Ouarzazate - Zagora

Wir verlassen den unattraktiven und überfüllten Campingplatz gegen 9 Uhr und suchen die Kasbah Taourirt in Ourazazate auf. Parkmöglichkeiten sind unmittelbar vor der Kasbah. Eintritt p. Person 10 DH, eine Führung mit anschließendem Rundgang durch den Suq (natürlich mit Besuch eines Teppichgeschäftes) kostet 70 Dh.

Der Besuch der Kasbah lohnt sich. Es sind noch viele alte Kassettendecken aus Tamarindenholz und Wandornamente aus dem 17. Jh. zu sehen. Man kann nur einen Teil der Kasbah besichtigen; andere Teile werden derzeit restauriert. Die Führung vermittelt einen guten Einblick in das Leben in einer Kasbah.

Danach geht’s weiter Richtung Zagora. Zunächst über zerklüftete schwarze Canyonlandschaften, dann – nach Agdz – in das wunderschöne Draa-Tal. Palmenoasen, Lehmarchitektur­ortschaften, Kasbahs und Felswände stehen in harmonischem Einklang entlang der Straße.

In Agdz halten wir an und machen einen Bummel durch die Stadt, die spontan einen guten Eindruck auf uns macht. Fast alle Häuser an der Durchgangsstraße sind mit Arkaden und dahinter liegenden Geschäften, gestaltet. Auf dem Markt kaufen wir Obst und Gemüse, beim Metzger Fleisch und direkt in der Backstube Brot. Danach geht’s weiter durch das Draa-Tal. 10 km vor Zagora parken wir auf dem Campingplatz „Camping Oud Draa“. Das Gegenteil von Ourazazate. Es handelt sich um einen schön angelegten Campingplatz, auf dem wir die einzigen Gäste sind. Am Abend macht die Frau des Platzbetreibers einen köstlichen Couscous.

Heute erleben wir etwas Neues: die Tankstellen streiken. Wir bekommen kein Diesel. Für uns kein Problem, bei unserer kurzen Strecke.

Wir beschließen, hier zwei Nächte zu bleiben und am nächsten Tag die nähere Umgebung zu erkunden.


19. Tag

14.03

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Zagora „Camping Oud Draa“

Heute steht zuerst Wohnmobilpflege auf dem Programm. Nach dem Frühstück im Freien kommt Said und lädt uns zu einem Rundgang durch den Palmengarten ein. Er liegt direkt hinter dem Campingplatz.

Alles ist üppig grün. Palmen in großer Anzahl. Darunter wächst Gemüse unterschiedlichster Art. Dazwischen gibt es auch einige Zitronenbäume. An mehreren Stellen wird Wasser aus einer Tiefe von 20 Meter gepumpt und in ein Grabensystem zur Bewässerung der Felder geleitet. Mit Öffnen und Verschließen des Kanalsystems wird das Wasser zielgenau zu den einzelnen Feldern geführt. Dieser Palmengarten umfasst 35 Felder, die von 35 Familien bewirtschaftet werden.

Die Dattelpalmen haben ein Alter zwischen 50 und 120 Jahren. Der Ertrag entspricht ungefähr pro Altersjahr ein Kilo Datteln, also zwischen 50 und 120 kg pro Palme. Die Datteln, welche im Wesentlichen im Oktober geerntet werden, werden über den Suq verkauft.

Zum Schluss führt der Weg noch durch ein verlassenes Berberdorf und vorbei an einem Friedhof. Die Grabstellen sind schmucklos, lediglich mit einem aufgestellten, unbeschrifteten Stein gekennzeichnet.