20. Tag

15.03

325

Zagora „Camping Oud Draa“ - Taliouine

Über Ouarzazate fahren wir heute nach Taliounie. Zuerst bewundern wir im Draa-Tal noch einmal die wunderschöne Oasenlandschaft: Palmenhaine, in Lehm gebaute Ortschaften, Kasbahs. Es ist m. E. das schönste Tal, das diese für Marokko typischen Komponenten zu einer schönen Symbiose vereinigt.

Vor Ouarzazate biegen wir in die Umgehungsstraße Richtung Marrakesch ein. Ab hier beginnt eine Holperstraße, die sich auf über 100 Kilometer hinzieht. Im Därr-Reiseführer ist zu lesen: „gute, schnell befahrbare Teerstraße“. Der Großteil der noch vor uns liegenden 160 km ist eine einspurige Straße mit aufgebrochener Fahrbahnecke, bei der bei Gegenverkehr mit den rechten Rädern immer in den Seitenstreifen gefahren werden muss. Zeit und Nerven sind gefragt.

Dennoch führt die Straße durch eine eindrucksvolle Landschaft des Anti-Atlas, die immer wieder aufs Neue begeisternde Panorablicke bot. Vor Tezoult führt die Straße ins Tal und hier bietet sich ein Bild mit blühenden Mandelbäumen. Diese Regon wird auch die Safrangegend genannt. Der Safran wird einer Art Krokuss entnommen.

Am Abend übernachten wir auf dem Camping Toubkal, zwei Kilometer vor der Ortschaft. Er ist schön gelegen. Die sanitären Einrichtungen entsprechen dem durchschnittlichen Standard.

21. Tag

16.03

121

Taliouine - Taroudannt

Heutiges Ziel ist Taroudannt. Die Fahrt führt zunächst zwischen dem Hohen Atlas im Norden und dem Antiatlas im Süden, vorbei zuerst an Palmenoasen, dann zahllosen Aganienbäumen, aus denen in Kooperativen Arganienöl gewonnen wird (für einen Liter Arganienöl benötigt man einen Zentner Arganienkerne).

Danach fällt die Straße (mit hässlichen Bodenwellen zur Tempoverminderung) auf eine Meereshöhe von ca. 400 Meter. Nun fährt man an endlosen Orangen- und Zitronenplantagen vorbei. Nach zwei Stunden erreichen wir Taroudant. Wir wollen gleich Geld wechseln. Aber weder die Bank Populaire noch die Credit Agricole wollten tauschen. Anscheinend haben sie keinen verbindlichen Wechselkurs.

Wir fahren ins Zentrum und parken an der acht Meter hohen, die Stadt umspannenden und zinnenbewehrten, Stadtmauer. Ein Gang durch den Berbermarkt, der am heutigen Donnerstag stattfindet, sowie durch den Suq verschaffen uns einen Eindruck von der Lebendigkeit der Stadt. Natürlich verirren wir uns etwas im Suq, finden dann aber den Weg wieder zum WoMo.

Wir wollen weiter nach Tata, sehen aber beim Hotel Palais Salam einen großen Parkplatz und steuern diesen an. Ein Bediensteter des Hotels spricht uns an und sagt wir könnten hier gerne über Nacht stehen bleiben. Also bleiben wir und relaxen, bis die Mittagshitze vorüber ist.

Dann suchen wir die Stadt noch einmal auf und lassen die Stimmung bei einem Tee du Mint auf uns einwirken. Bei einer anschließenden Droschkenrundfahrt besichtigen wir eine Cooperative, bei der Arganienöl und andere Produkte aus der Berber-Kräuterküche angefertigt und zum Verkauf angeboten werden. Kein Wehwehchen, für das es hier kein Gegenmittel gibt. Weiter geht die Fahrt zu einer Lohgerberei. Ein Angestellter zeigt uns die verschiedenen Arbeitsgänge, vom Schlachten bis zum Lederprodukt. Die Leute, ca. 50 Personen sind hier beschäftigt, arbeiten unter unsäglichen ergonomischen Bedingungen. Die Fahrt endet, nach Durchfahren aller fünf Stadttore, auf unserem Campingplatz.

Im Reiseführer ist kein Campingplatz ausgewiesen. Bei der Rundfahrt sahen wir jedoch am Bab El Jidid einen Stell- bzw. Campingplatz, der voll belegt war.

22. Tag

17.03

220

Taroudannt - Tata

Nachdem wir dem Parkplatzwächter des Hotels Palais Salam 10 Dh gegeben haben, geht die Fahrt Richtung Tata.  Die ersten 30 Kilometer erstrecken sich noch im Tal zwischen Atlas und Antiatlas. Die Fahrt erfolgt auf einer 1 1/2-spurigen Straße. Da der Fahrbelag sehr gut ist und wenig Gegenverkehr herscht, ist dieses Teilstück problemlos und zügig zu bewältigen. Dann geht es auf die Höhen des Antiatlas, und es bieten sich fantastische Blicke über die Täler, Ortschaften, bis hin zum Schnee bedeckten Atlas. Hier oben blühen in großer Zahl bis zum Tageskilometer 80 die Mandelbäume. Ebenso sind wieder Arganienbäume zu sehen. Auf einem sehen wir sogar die Ziegen bis in die obersten Äste. Ohne diesen Beweis hätten wir dieses uns vorhergesagte Ereignis vielleicht nicht geglaubt. Für das Foto mit den Ziegen wollen die zur Herde gehörenden Personen natürlich Geld.

Auf der weiteren Strecke gibt es dann noch vereinzelte Oasendörfer mit Palmenhainen. Teils mit alten, mehr oder weniger verfallenen Agadiren.

Dann wird die Landschaft karger, aber das Naturschauspiel der braunen Schichtstufenberge gestaltet die Fahrt kurzweilig. Nach vier Stunden erreichen wir auf sehr guter Straße Tata.

Der Camping Municipal ist zentral gelegen, so dass wir zu Fuß die Stadt erkunden können. Es handelt sich um eine Oasenstadt. Die Stadt hat eine durchgehende Achitektur mit zweigeschossigen Häusern und Arkaden. Da heute Freitag ist und viele Geschäfte geschlossen haben, fehlt der Flair, den wir suchten.

Der Campingplatz ist gegen Abend ausgebucht.

23. Tag

18.03

338

Tata – Akka – Buizakarne ­– Guelmim – Sidi Ifni

Heute nehmen wir Abschied vom Süden Marokkos. Wir fahren über Akka und Guelmim an den Atlantik. Die ersten 280 km bis Guelmim sind landschaftlich relativ monoton. Wahrscheinlich sind wir von den vorhergehenden Etappen verwöhnt. Unterwegs nehmen wir einen jungen Schweizer mit, dem ca. 30 km vor der Tankstelle das Benzin ausging. Er benötigt bleifreies Benzin, und das gibt es nicht überall.

Guelmim stell sich als eine gepflegte Kleinstadt dar mit durchgehend befestigten Straßen und Gehwegen mit breiten Boulevards. Wir kommen über die Mittagszeit in die Stadt, so dass der Kamelmarkt bereits zu Ende ist und die Geschäfte geschlossen haben. Also fahren wir weiter.

Die letzten 45 Kilometer gehen noch einmal durch die Ausläufer des Antiatlas ­– und dieser Streckenabschnitt ist sehr schön. Die Berge sind hier nicht mehr so schroff und felsig, sondern bewachsen bis auf die Spitzen: Voll mit Sträuchern, die kurz vor der Blüte stehen und Feigenkakteen mit roten Früchten.

Dann, nach der letzten Biegung braust vor uns der Atlantik. Der Campingplatz El Barco liegt unterhalb der Stadt direkt am Meer, wo wir auch einen sehr schönen Platz finden.

Markise, Stühlchen und Tisch raus und einen Kaffee trinken. Wir sind absolut begeistert.


24. Tag

19.03

0

Sidi Ifni

Heute machen wir zuerst einmal Fahrzeugreinigung und entfernen den gröbsten Dreck. Dabei bemerke ich, dass meine Radioantenne abgeschraubt und entwendet wurde. Da wir mit den marokkanischen Sendern nichts anfangen können, und uns nur mit „Konserven“ bedient haben, ist es uns nicht aufgefallen. Ärgerlich.

Danach geht’s in die Stadt. Zuerst macht diese auf uns keinen sehr einladenden Eindruck. Dann aber sieht man die Bemühungen, das spanische Erbe zu pflegen und die Attraktivität für den Tourismus zu nutzen. Heute ist Markttag. Es ist immer schön, durch dieses reiche Angebot an Obst, Gemüse und Gewürzen zu gehen. Außerdem sehen wir einen kleinen Dampfkochtopf, der uns noch gefehlt hat. Für umgerechnet 14 EUR erhandeln wir ihn. Danach kaufen wir Orangen, Bananen, Zucchini, Tomaten und ein Kilo Erdbeeren für nicht mal 5 EUR und zwei Doraden für 6 EUR, die wir heute Abend auf den Grill werfen werden. 

Am Nachmittag machen wir es uns am Wohnmobil gemütlich. Gegen Abend kommt ein Verkäufer mit fangfrischem Fisch, von dem wir noch einmal einen großen, uns unbekannten aber viel versprechend aussehenden Fisch für 4 EUR kaufen. Damit wäre das Essen schon für morgen geklärt.

Am Abend erleben wir einen traumhaft schönen Sonnenuntergang.