25. Tag

20.03

250

Sidi Ifni – Tiznit – Tafraoute

Heute Morgen regnet es. Wir Frühstücken und machen unser Wohnmobil – bei strömendem Regen – reisefertig. Nach Sidi Ifni müssen wir auf eine Anhöhe fahren und erleben was es heißt, keine Kanalisation in der Straße zu haben. Das komplette Regenwasser der Oberstadt fällt in die tiefer gelegene Ortschaft und lässt die Straßen überfluten. Wir setzen unsere Reise fort. Entlang der Küstenstraße, auf der es hinter Sidi Ifni auch Plätze zum freien Campen gibt, mit teilweise sehr schöner Steilküste und Sandbuchten, gelangen wir über Gourizim nach Tiznit.

Wir stellen unser Fahrzeug unter die Augen eines Parkwächters und gehen in die Innenstadt. Die Altstadt ist komplett von einer Stadtmauer umgeben, die mehrere schöne Stadttore hat. Die Stadt macht einen sehr gepflegten Eindruck mit befestigten Straßen und  Gehwegen. Alle Geschäfte mit ihrem reichhaltigen Angebot sind unter Arkaden integriert. Wir machen einen Rundgang und wollen die Kunsthandwerksstätten besichtigen. Da wir aber unseren Reiseführer im Fahrzeug liegen ließen, ist die Suche erfolglos. Also ziehen wir Richtung Tafraoute weiter.

Ab Thigmi wählen wir eine Route abseits der Hauptstraße und kommen bei Tizouhane wieder auf die Hauptstraße. Die Route hat sich gelohnt. Sie führt durch ein Gebiet, das zuerst einem hügeligen Alpenvorland gleicht, wie dem Allgäu. Dann tun sich plötzlich Berge auf wie in den Dolomiten. Laut Reiseführer soll es eine der schönsten Strecken Marokkos sein, was wir nur bestätigen können. Wir müssen teilweise extreme Steigungen und Abfahrten auf 1 ½ -spurigen Straßen bewältigen. Hinzu kommt, dass plötzlich die Wegweisung nur noch in arabischer Schrift angebracht ist, was leicht irritiert. Aber wir finden aus dem Labyrinth wieder heraus. Dann kommen wir nach Tafraoute und sind begeistert. Aber mehr darüber morgen.

Wir übernachten auf dem Campingplatz Tazka. Es ist der erste Campingplatz, von Tiznit kommend, noch vor Ortsbeginn, auf der rechten Straßeseite. Wir sind sowohl von der Betreuung, als auch von den sanitären Anlagen ganz angetan. Das Beste, was wir bisher in Marokko antrafen.

26. Tag

21.03

0

Tafraoute

Wir bleiben einen Tag in Tafraoute. Die Stadt liegt auf 1000 Meter Höhe und ist umgeben von Gebirge (in der Nacht sinkt das Thermometer auf 5° C.). Im wesentlichen sind es Granitfelsen mit riesigen Granitblöcken, die bizarr und verwegen übereinander  liegen. Teils liegen sie bedrohlich über den Häusern, teils sind Häuser auf herunter gefallene Steine gebaut. Die Formationen regen zu Fantasien an. Eine Formation wird „Chapeau Napoleon“ genannt. Einige Formationen können wir bestiegen.

Zuerst gehen wir zu Fuß in den Ortskern. Tafraoute hat mit Sicherheit nicht Besonderes zu bieten, aber Markt, Suq, Geschäfte etc. sind sauber und repräsentieren einen guten marokkanischen Standard. Hier begegnen uns zum ersten Mal  keine bettelnden Kinder.

In einige Häusern sind, wie auch im Ammelntal, die Fenster mit drei- und viereckigen Löchern versehen und mit Schiefertafeln verschlossen. Man nennt diese Dekoration Lokhba. Grundsätzlich sind die Häuser hier rosarot und weiß an Fenstern und Türen umrandet. Diese Farbgebung verleiht den Häusern einen eigenen Charme.

27. Tag

22.03

171

Tafraoute - Agadir

Nachdem wir Tafraoute verlassen, zeigt sich uns ein Gebirge, das an die Dolomiten erinnert. Bizarres Felsgestein, senkrecht aufragende Granit-Felswände, darunter kleine Ortschaften, die sich in die Landschaft integrieren. Die Routr steigt an bis auf ca. 1400 Meter Höhe, und es bieten sich fantastische Blicke ins Tal. Danach erstreckt sich die Fahrt auf ca. 60 Kilometern über eine Panorama-Höhenstraße, die seinesgleichen sucht. Allerdings ist die Straße ist nur 1 ½-spurig geteert und bei Gegenverkehr wird es eng. Zweimal kommt uns ein Lkw entgegen, und da geht es nur um wenige Zentimeter zwischen Felswand, Fahrzeuge und Abgrund. Die Außenspiegel werden eingeklappt - und es reicht. Der Gegenverkehr hat auf der gesamten Strecke die Talseite, die in Richtung Agadir fahrende Fahrzeuge die Bergseite. Deshalb würde ich diese Fahrt immer nur in diese Richtung unternehmen.

Unterwegs besichtigen wir das Dorf und Agadir (Speicherburg) Tizrgane aus dem 13. Jh.. Diese liegen malerisch auf einem Felsen und sind kreisrund angeordnet.

Für die 171 Kilometer bis Agadir benötigen wir ca. fünf Stunden.

In Agadir gibt es wieder den Supermarkt „Marjane“, wie in Meknes, und wir decken uns mit Butter, Wurst, Käse, Wein, Kaffee etc. ein. Alles was wir an Obst, Gemüse und Fleisch benötigen, kaufen wir jedoch schon in Biougra im Suq. Hier sind diese Artikel wesentlich preisgünstiger. Drei Kilogramm. Orangen und ein Kilogramm Bananen für umgerechnet 1 EUR.

Auf dem „Marjane“-Parkplatz sehen wir das Wohnmobil unserer Freunde, mit denen wir uns in Agadir verabredet haben. Nach dem gemeinsamen Einkauf fahren wir auf den Campingplatz „International“. Der Anblick des Platzes bestätigt unseren Entschluss, die Stadt morgen früh wieder zu verlassen. Agadir ist eine moderne Stadt und  hat keine besonderen Sehenswürdigkeiten. 

28. Tag

23.03

25

Agadir – Aghroud

Wir fahren 25 km an der Küstenstraße Richtung Essaouria bis Aghroud und richten uns auf dem Campingplatz „Atlantica  Parc“ ein.

Entlang dieser Strecke campen einige Wohnmobilisten auf freiem Feld, und es gibt auch einige Campingplätze. Jedoch auf Grund der hohen Attraktivität der Küstenlandschaft, wollen hier Internationalen Touristikunternehmen investieren, so dass sich diese Freizeitlandschaft in den nächsten Jahren gravierend verändern wird.

Der Campingplatz „Atlantica  Parc“ entspricht in Anordnung, Ausstattung, Gestaltung etc. hohen Ansprüchen: Saubere und schön geflieste Sanitäreinrichtungen, Waschmaschinen, Wäscheleinen, Autowascheinrichtung ­- alles vorhanden. Für uns die Möglichkeit, die Wäsche der letzten vier Wochen für die nächsten vier Wochen wieder herzurichten.


29. Tag

24.03

0

Aghroud

Wir  bleiben einen weiteren Tag auf dem Campingplatz und genießen den Tag mit Spielen, Uferspaziergängen, Lesen und Grillen.