30. Tag

25.03

152

Plage Siti Kaouki 

Vom Campingplatz bis Essaouria verläuft die Straße entlang einer sehr schönen, zum Teil wilden Felsküste. Sie zieht sich dann in das Landesinnere mit Arganianbaumhaine zu beiden Seiten der Straße. Zwischendurch hat man Panoramenblicke, die bis zum Schnee bedeckten Atlas reichen. Ca. 30 km vor Essaouria fahren wir in eine Nebenstraße um der Küste wieder näher zu sein. Nach ca. 17 km biegen wir in eine Piste ein und finden einen sehr schönen Platz oberhalb der Steilküste. Unter uns liegt das Meer. Wir beschließen, für heute hier zu bleiben und die Natur zu genießen. Am Nachmittag gehen wir Kilometer weit durch den Sandstrand.


31. Tag

26.03

25

Plage Siti Kaouki - Essaouria

Eigentlich wollen wir auf diesem Platz am Meer noch einen Tag bleiben, aber ein städtischer Bediensteter teilt uns mit, dass wir aus „Sicherheitsgründen“ den Platz räumen müssen. Also fahren wir nach Essaouria, wo wir am Mittag eintreffen. Wir parken an der Stadtmauer und können dort 24 Stunden bleiben.

Wir gehen in die Stadt und durch den Suq zu den Holzintarsienwerkstätten, und an den Hafen wo alte Schiffe restauriert werden. Der Weg führt dann auf die alte Stadtmauer, auf der noch eine Vielzahl alter portugisische Kanonen aus dem 18.Jh. stehen. Wir lassen die Stadt einfach auf uns einwirken. Sie ist mit ihrem Gebäudeensemble, mit der komplett umgebenden Stadtmauer und der Lage am Meer eine beeindruckend schöne Stadt. So ganz ohne den einen oder anderen Kauf kommen wir aus der Stadt nicht heraus. Aber sie hat uns gefallen.

Da wir uns von uneren Freunden, Heidrun und Heiner, morgen trennen, verbringen wir den Abend  bei einem gemeinsamen Spiel und der einen oder anderen Flasche Wein.

32. Tag

27.03

157

Essaouria – Marrakech

Der heutige Tag wird uns unvergesslich bleiben. Es gibt Tage, die hätte man am liebsten nicht begonnen. Zuerst jedoch beginnt alles ganz harmlos.

Wir brechen auf und fahren noch einmal zum Hafen, um Fisch für den Abend zu kaufen. Vier Rotbarben für 50 Dh. Das lässt sich gut an. Dann geht die Fahrt Richtung Marrakesch. Die Straße wechselt von ordentlich bis ausgezeichnet, und wir kommen gut voran. 20 Kilometer vor Marrakesch, in M’Loudea ist Markt. Wir halten, und wollen uns das bunte Treiben nicht entgehen lassen, vielleicht auch noch einen Teekessel kaufen.

Wir stellen unser Auto ab und gehen zum Markt. Es ist ein dichtes Menschengewimmel. Wir treten in das Marktgelände ein und sehen uns irgendwie belästigt. Ich schaue nach Lilo und merke gleichzeitig, dass mir die Geldbörse gestohlen wurde. Unsere Freude war dahin. Es war darin zwar lediglich das für eine Woche disponierte Marokko-Geld, der Personalausweis; Kreditkarten, Pässe etc. sind anderswo. Trotzdem reichte unsere Kinnlade bis zum Boden. Also was tun? Den Dieb zu suchen ist ein aussichtsloses Unterfangen. Wir fahren trotzdem nach Marrakesch zur Royal Gendarmerie und erstatten Anzeige, um für den entwendeten Personalausweis für Zuhause eine Bescheinigung zu haben. Wer denkt, das ist eine Formalität, der irrt. Zuerst ein Protokoll auf arabischer Schreibmaschine geschrieben. Was ich hier dann unterschrieben habe, weiß ich nicht so ganz exakt. Dann ein anderes Protokoll, wofür bleibt schleierhaft. Alles mit fünf Durchschlägen. Dem Beamten erklären wir, dass wir mit dem Campingmobil hier sind; er möchte aber wissen, in welchem Hotel wir nächtigen werden. Wir sagen ihm,  der Diebstahl sei im Eingang zum „Marchee“ gewesen, er will wissen, wo der Suq gewesen sei. Wir sagten ihm, die Lokalität ist 20 km vor Marrakesch von Essaouria kommend, er hatte keine Ahnung, was für eine Ortschaft sich da befinden könnte. Nach drei Stunden hatten wir eine Bescheinigung für den abhanden gekommenen Personalausweis in der Hand. Wir sind für heute fertig mit der Welt.

Eine Stadtbesichtigung von Marrakesch – dazu haben wir heute keine Lust mehr. Also fahren wir auf den Campingplatz, ca. 15 km außerhalb der Stadt. Vom ersten Platz, auf dem wir unser WoMo abstellten, verjagten uns die auf dem Platz heimischen Pfauen mit ihrem Geschrei. Denen die Gurgel abzudrehen ……. – aber das geht auch nicht. Also suchten wir einen anderen Platz.

Es ist ein Tag, den man schnell vergessen möchte.

33. Tag

28.03

25

Marrakech

Neuer Tag, neues Glück. Heute fahren wir mit dem vom Campingplatz organisierten Kleinbus um 9.00 Uhr nach Marrakech. Wir verabreden uns für die Rückfahrt gleich für 20 Uhr. Der Transfer hin und zurück kostet 60 Dh (ca. 6 EUR).

Bereits bei der Fahrt in die Stadt begeistert uns diese. Hier wurde in den vergangenen Jahrzehnten unheimlich viel gebaut. Die Stadt hat ein ausgesprochen modernes Gepräge, allerdings nach marokkanischer Architektur. Mehrgeschossige Häuser in rosa Farbton, Architektur auf die landestypische Bauweise abgestimmt, breite Boulevards – und alles von großer Sauberkeit.

An der Koutoubia-Moschee mit ihrem bekannten Minarett angekommen, machen wir uns auf den Weg. Zuerst zum berühmten Djamaa el-Fna, aber um diese Zeit ist hier noch alles ruhig. Wir gehen durch die südliche Medina zu den Saadier-Gräbern. Diese zu finden ist kompliziert. Es gibt dazu so gut wie keine Wegweisung. Durch Fragen und Verfolgen von Reisegruppe finden wir diese schließlich. Dort bewundern wir für heute zum ersten Mal maurische Architektur.

Dann geht es zum Palais Bahia. Als wir aber dort ankommen, schließt dieser. Also gehen wir zu Medersa Ben Yussef, der einzigen, die wir besichtigen dürfen. Diese wurde in den letzten Jahren sehr gut restauriert, und so können wir ein Kunstwerk besichtigen, das beeindruckend ist. Sie stammt aus dem 14. Jh. und wurde im 16.Jh. zur größten Medersa des Magheb ausgebaut. Sie besticht durch prachtvolle Stuckarbeiten und Holzschnitzereien.

Dann zurück zum Djamaa el-Fna und eine Tajine essen. Wir sitzen auf einer Dachterrasse und haben einen schönen Überblick.

Danach wird es Zeit, noch einmal zum Palais Bahia zu gehen. Hier ist eine Baukunst und luxuriöse Wohnkultur marokkanischer Fürstlichkeiten zu bewundern. Er ist nach andalusischem Vorbild in siebenjähriger Bauzeit im 19.Jh. errichtet worden. Wir können die Eindrücke gar nicht genug in uns aufnehmen.

Dann geht’s ins pralle Leben. Kreuz und quer durch die Medina, mit dem einen oder anderen kleinen Kauf, natürlich auch eine Ersatzbeschaffung für die gestern abhanden gekommene Geldbörse. Zurück zum Djamaa el-Fna. Jetzt ist hier ein lebendiges Treiben. Aber – im Vergleich zu 20 Jahren zuvor – hat sich die Sache sehr kommerzialisiert und an Spontanität und Ursprünglichem verloren. Trotzdem – es gefällt uns.

Wir sind für heute geschafft.


34. Tag

29.03

181

Marrakesch – Demnate – Ouzoud

Nach soviel Stadt nun Natur. Wir verlasen Marrakesch in Richtung Fes. Nur – die Wegweisung lässt viele Fragen offen. So verfahren wir ca. 25 Kilometer auf Marrakesch’s Straßen bis wir die Stadt hinter uns lassen. Ca. 15 km hinter Marrakesch verlassen wir die N8 und fahren auf die R 210 in Richtung Demnate. Eine gute Straße führt uns durch ein fruchtbares Land mit viel Grün sowie Oliven- und Arganienbäumen. Im Süden ist der Schnee bedeckte Hohe Atlas zu sehen.

Vor Demnate ist in einem kleinen Ort ein ursprünglicher Markt. Wir gehen hin. Hier werden vorwiegend Artikel für den Haushalt und die Landwirtschaft angeboten, weniger Obst und Gemüse. Aber auf bisher keinem Markt sahen wir ein solch buntes, überschaubares Treiben und eine Vielzahl an Eseln wie hier. Hier finden wir auch einen Teekessel – Made in Germany – den wir vor zwei Tagen anderswo suchten. Wir erstehen ihn zu einem Preis von 62 DH.

Danach geht’s nach Demnate, wo wir 1 kg Erdbeeren für 8 Dh (ca. 80 Cent) kaufen. Demnate ist eine hübsche Ortschaft zwischen Bergen, Olivenbäumen, Pinien, Palmen und Mandarinenbäumen, die von einer Stadtmauer umgeben ist. Nach kurzem Aufenthalt geht’s weiter.

Am frühen Nachmittag erreichen wir Ouzoud, wo wir die höchsten Wasserfälle Marokkos besichtigen wollen. Aber sobald das Autofenster geöffnet wird, werden Campingplätze und Führer angeboten. Fenster zu und durchatmen! Dann aber trotzdem raus aus dem Auto. Zuerst schütteln wir einen jungen Guide ab, aber er verfolgt uns. Letztendlich schließen wir uns ihm an. Er führt uns an der einen Seite des Wasserfalls ins Tal, auf der anderen Seite wieder hoch. Bei der Bezahlung gibt es dann die üblichen Probleme. Er möchte am liebsten Alkohol. Den geben wir ihm natürlich nicht. Letztendlich ist er mit 60 DH einverstanden und zeigt uns einen Platz, auf dem wir über Nacht stehen bleiben können.

(Grundsätzlich ist kein Führer erforderlich. Geht man am Hotel Es Salam links vorbei, führt ein guter Weg zum Fuß der Wasserfälle.)

Die Wasserfälle sind grandios. Aus fünf Durchlässen fällt das Wasser ca. 120 Meter über rote Sinterterrassen nach unten. Es ist ein großartiges Schauspiel. Wir sind auch zur richtigen Tageszeit hier, so dass die Sonne in die Schlucht scheint und das  Naturschauspiel ins richtige Licht setzt.