109. Tag

22.07

25 km

Port Angeles – Victoria (Canada)

Nach mehr als einhundert Tagen verlassen wir die USA. Unsere Fähre über den San Juan geht um 12.45 Uhr, die erste um 8.45 Uhr ist uns zu früh, da wir bereits eine Stunde vor Abfahrt am Hafen sein müssen. Auf der Hinfahrt zum Hafen tanken wir noch einmal voll, da wir nicht wissen, wie teuer das Benzin in Canada ist, und füllen noch einmal unsere vor wenigen Tagen leer gewordene Gasflasche.

Wir sind zeitig im Hafen und haben noch Spielraum für einen Bummel durch die Geschäfte. Während der anderthalbstündigen Überfahrt haben wir dann eine ausgesprochen ruhige See. und laufen gegen 14.15 Uhr im Hafen von Victoria ein. Nun kommt die Zollabfertigung. denn man darf so gut wie keinen Alkohol und kein Obst einführen. Das Obst haben wir zuvor aufgebraucht, der Wein liegt irgendwo im „Keller“. Die Befragung des Zollbeamten ist eine reine Formalität und äußerst freundlich; die Aufregung im Vorfeld war eigentlich unbegründet. Dann sind wir in Victoria.

Wir sind sofort von der Stadt begeistert: Blumen, Farbenpracht, konventionelle Bauwerke im viktorianischen Stil, Menschen auf den Straßen und in Straßencafés – und über allem lacht die Sonne. Wir fahren den nächsten Parkplatz an, gehen ins Visitor Center, informieren uns über Campgrounds und steuern dann den RV-Park Fort Victoria, ca. sechs Kilometer außerhalb des Zentrums, an und checken dort ein.


110. + 111. Tag

23.07
+
24.07

0
km

Victoria

Diese beiden Tage gehören der Stadtbesichtigung von Victoria. In wenigen Minuten sind wir vom

Campingplatz zu Fuß an der Bushaltestelle. Mit der Linie 14 fahren wir ins Zentrum. Alles, was uns interessiert, ist zu Fuß erreichbar.

Victoria, die Kapitale von British Columbia, hat ihre britische Tradition bis in die Gegenwart gerettet. Viele Gebäude weisen noch die Merkmale eines viktorianischen Stils aus. Dies insbesondere im Downtown Bereich. Die Highlights der Stadt sind das Parlamentsgebäude an der Südseite des Hafens und das sich gleich nebenan befindende British Columbia Museum. In ihm besichtigen wir eine Ausstellung mit fantastischen Leihgaben vom Britischen Museum London zum Thema „Kulturen der Welt“. Die Ausstellung zeigt Exponate von Afrika, dem Mittleren Osten, Europa, Asien, Ozeanien und Amerika.  Eine Etage höher wird in der „First People Gallerie“ die Geschichte der Ureinwohner Amerikas gezeigt. Dazu gehören auch beeindruckende Ansammlungen von Totempfählen und Masken. Gleich daneben sehen wir dann noch die Ausstellung der „Modern History Gallerie“, die der Entwicklung und Technik der letzten einhundert Jahre gewidmet ist.

Die verzweifelte Suche nach Obst und frischem Gemüse, wofür wir im Zentrum kein Geschäft finden können, führt uns in die Chinatown. Dort, hinter einem großen Zugangstor zu diesem Stadtteil, finden wir dann auch alles in bester Qualität und zu gutem Preis.


112. Tag

25.07

84 km

Victoria - Vancouver

Vom RV Park sind es 40 Kilometer bis zum Fährhafen von Swarz Bay. Von hier aus pendelt in ca. zweistündigem Intervall eine Fähre nach Vancouver. Wir legen um elf Uhr ab. Die Passage geht bei strahlendem Sonnenschein durch den Gulf Island und führt an zahlreichen größeren und kleineren Inseln vorbei. Das Auge hat auf der Route immer etwas Neues zu entdecken. Auf halber Strecke betritt ein junger Mann das Freideck und hält eine Lifeshow ab über Haie, andere Fische und Natur im Allgemeinen. Mit viel Enthusiasmus und lebendigem Vortrag schafft er es, das Publikum in seinen Bann zu ziehen.

Nach 90 Minuten legt das Schiff in Tsawwassen, südlich von Vancouver, an. Von hier aus steuern wir den Burnaby Cariboo RV Park an, der zwar nicht ganz billig ist (51 CDN$), dafür aber Anbindung an die SkyTrain hat.

Mit der SkyTrain fahren wir Heute Nachmittag noch zur Downtown von Vancouver. Während der Fahrt sehen wir schon Wolken aufziehen, aber in Downtown selbst fällt kein Regentropfen. Wir fahren bis „Waterfront“ und marschieren dann in die Waterstreet von Gastown, dem ältesten Stadtbezirk. Die Straße ist mit zahlreichen Blumenampeln geschmückt, und ein Geschäft oder Lokal reiht sich an das andere. Attraktionen der Straße sind zum einen die Steamclock, die viertelstündlich pfeift und stündlich Dampf ablässt, sowie die Statue des berühmt berüchtigten Stadtgründers Gassy Jack auf einem Whiskyfass.

Zurück, auf dem Campground angekommen, setzt ein abendliches Gewitter ein. 


113. Tag

26.07

0
km

Vancouver

Mit der SkyTrain fahren wir wieder ins Zentrum bis zur „Waterfront Station“. Von hier sind es nur wenige Meter bis zum Canada Place, von wo wir mit dem Big Bus zu einer Stadtrundfahrt starten. Die Tour führt durch alle interessanten Teile der Downtown und dauert nahezu eineinhalb Stunden. Im Stanley Park unterbrechen wir die Fahrt und suchen die dortige Totemsammlung auf. Es sind zwar „nur“ Repliken, aber das macht für unser Auge keinen Unterschied. Im Park wird auch noch das englische Erbe zelebriert: ganz in weiß gekleidete Ladies and Gentlemen spielen Kricket. Dann setzen wir unsere unterbrochene Tour mit dem nächsten Bus fort. In der Chinatown steigen wir erneut aus. Der Zugang zu diesem Stadtteil ist von einem großen chinesischen Tor gekennzeichnet. Wenige Häuser dahinter liegt das Chinesische Kulturzentrum, in dessem hinteren Teil sich ein sehens­werter kleiner chinesischer Garten mit Pavillion, Seerosenteich und einer darüberführenden Holzbrücke befindet. So inspiriert peilen wir noch einmal, wie am Vorabend, die Waterstreet an, da sich unsere Mägen bemerkbar machen. Diesem Bedürfnis kommen wir im Café Waterstreet (tolles Preis-Leistungsverhältnis) nach. Da der Big Bus gegenüber dem Restaurant eine Haltestelle hat, fahren wir mit diesem anschließend bis zur Robson Str. Jetzt sind wir in der attraktivsten Shoppingmeile. Hier wechseln unsere Blicke von den Auslagen zu den imposanten Hochhausfassaden und wieder zurück.

Vancouver wird damit tituliert, dass die Stadt zu den Top Ten der Welt gehört. Sicher: die Downtown ist architektonisch absolut reizvoll – aber die Bereiche darum herum gehören auch zu einer Großstadt. Und da sieht manches anders aus.